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    "Formenzeichnen"

    "Formenzeichnen" ist eine anthroposophische Methode, die von einem Therapeuten und Eurythmietänzer an der FH Nürtingen unterrichtet wurde. Dazu folgend zur Ansicht einige Bildfolgen als Beispiele zum Verständnis des Arbeitsprozesses. (Übungen zur Konzentrations - Differenzierungs - und Reflexionsfähigkeit)

    A."Stern"
    B."Rhythmische Form 1"
    B."Rhythmische Form 2"

    B."Rhythmische Form 3"
    C."Zorn"

    Fokus: "Rhythmus und Zeit"
    Bilder: A."Stern" B."Rhythmische Formen" C."Zorn"

    A: Nachzeichnen einfacher Objekte, in einem Linienzug ohne Unterbrechung, z.B. "Stern", (rechte oder linke Hand) in unterschiedlichem Tempo, mit und ohne Vorlage. Dialog zur Befindlichkeit, Wahrnehmung und zu Assoziationen beim Zeichnen.
    B: Zeichnen einfacher Rhythmusübungen in unterschiedlichen Zeitvorgaben, stehend vor großem Papier. Üben des Gleichgewichtssinnes, Zentrieren einer Mitte am Fadenkreuz (rechte oder linke Hand, beidhändig) und anderer Formen. Dialog zur Befindlichkeit, Wahrnehmung und zu Assoziationen beim Zeichnen.
    C: Zeichnen eines Gefühlsausdrucks, z.B. "Zorn". Dialog zur Befindlichkeit, Wahrnehmung des Zeitgefühls und Assoziationen beim Zeichnen (ggf. zu Aktuellem, auch im Vergleich mit den Ergebnissen aus der Selbsterfahrungsgruppe, z.B. mit der Gesprächspsychologin, der leitenden Ärztin u.a. Fachkräften möglich).

    A. "Glasflasche"
    B. "Chelloklang 1"
    C. "Chelloklang 2"

    Fokus: "Klang und Musik"
    Bilder: A."Klang der Glasflasche" B."Tiefer & Hoher Chelloklang nacheinander" C."Tiefer & Hoher Chelloklang zusammen"

    A. Anschlagen mit Gegenstand an eine Glasflasche u.ä. Übungen, zur Erzeugung eines bestimmten Klangerlebnisses, das gezeichnet wird. Anschließend Dialog zur Befindlichkeit beim Zeichenvortrag und zum individuellen Ausdruck.
    B. Zeichnen des Hörereignisses "Tiefer und Hoher Chelloton einzeln, nacheinander", als musikalisches Erlebnis, mit weicher Kreide auf Papier.
    C. Zeichnen des Hörereignisses "Tiefer und Hoher Chelloton im Zusammenspiel", als musikalisches Erlebnis, mit weicher Kreide auf Papier. Jeweils anschließend Dialog zur Befindlichkeit beim Zeichnen, zur Wahrnehmung, zu Assoziationen und Erinnerungen

    "Apfel"

    Fokus: "Lebendige Anschauung und Naturstudium"
    Bild: "Apfel"

    A. Anfertigen eines essbaren Anschauungsobjektes mit einem Werkzeug.
    B. Einbeziehen der Sinne (Tast - Geruchs - und Geschmackssinn).
    C. Positionierung des Anschauungsobjektes nach Wahl.
    D. Beginn des einfachen Naturstudiums mit Bleistift auf Papier (mit Unterstützung möglich). Dialog zur Befindlichkeit beim Arbeitsprozess, zur Wahrnehmung und zu Assoziationen.

    "Geführtes Zeichnen"

    "Geführtes Zeichnen" ist eine Methode, die von Prof. Karl Dürkheim (ehemals am Bauhaus für das Fach Psychologie tätig) nach dem Krieg zur Behandlung von Patienten entwickelt wurde (vom Zen Zeichnen kommend). Diese Methode war 4 Jahre mein Wahlfach in der Therapieausbildung. In dieser Zeichenmethode übe ich mich selbst, als Fortgeschrittene, bei einer berufserfahrenen Malerin und Therapeutin, die eine Lehrberechtigung bei Dürckheim erworben hatte. Folgend zur Ansicht eine Bildfolge zum Verständnis. Thema ist zeichnerisch die / eine "Mitte" oder das / ein "Zentrum". Die Bsp. sind in fünf verschiedenen Sitzungen (nicht hintereinander) entstanden, d.h. ein gleiches oder ähnliches zeichnerisches Thema kann immer wieder, unterschiedlich mit anderen biographischen Inhalten im Arbeitsprozess auftauchen (Zur Übung und Bildung der Reflexionsfähigkeit).

    "Zwei Falter", 60 X 80 cm

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: ähnliche Figuren, zwei Falter benannt, die im Arbeitsvorgang mit geschlossenen Augen nicht imaginiert wurden, sind zentriert um eine Mitte platziert. Imaginiert und assoziiert wurde: "nichts Gegenständliches", "kräftige Schwünge, auch in den oberen Blattbereichen" (erkennbar nicht zutreffend), "Arbeiten um eine Mitte" (erkennbar). Von imaginierten Bildern während des Zeichnens ist meistens nichts auf dem Papier zu sehen. Bei der erlebten Vortragsweise, auch mit biographischen Erinnerungen dazu, ist das nicht so! Sehr wichtig für den therapeutischen Dialog!

    "Bewegung", 80 X 100 cm

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Als Teil 2 einer Kunsttherapiesitzung, nach dem therapeutischen Zeichenvorgang selbst, nun hier im Bsp. der Blick zum Blatt: mit einer dynamisch bewegten Kreisform, links ggf. durch eine Figur angetrieben, ist möglicherweise kein "gemütliches Kaffeetrinken" dargestellt. Die Zeichnerin bringt dazu Genaueres mit ersten verbalen, spontanen Assoziationen, ggf. ein Bildtitel nach Betrachten der Arbeit. "Das hier sieht im Bild aus wie!..." ist nachrangig und zur Besprechung der Bildfolge anschließend im 3. Teil wichtiger. Vorerst gilt die Aufmerksamkeit dem erlebten Zeichenvortrag. Wie ist die Befindlichkeit, welche Assoziationen, welche emotionalen Erfahrungen kamen aus der Erinnerung und wie wurde der Zeichenvortrag mit geschlossenen Augen selbst erlebt, mit Blick auf Details im Blatt.

    "Schmetterling", 60 X 80 cm

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Bewegung links und rechts einer Mitte, ein Schmetterling vor dem Start oder zur Landung ansetzend? Innerhalb der Arbeitsreihe aus 6 Blättern war "Schmetterling" das letzte Blatt, daraus das einzige Bild, mit bewegten, dynamischen Anteilen zu sonst nur sehr ruhigen, konzentrierten anderen Vorträgen, die nicht alle das Thema "Mitte", "Zentrum" zum Gegenstand hatten. Im therapeutischen Dialog ist das wichtige Gesprächsgrundlage.

    "Segelschiff", 60 X 80 cm

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Imaginiert wurde beim Zeichnen, ein bewegtes, angenehmes, rhythmisches Kreisen im mittleren Blattbereich, keine bestimmte Figur. Die Befindlichkeit beim lockeren, als "unbestimmt" und "ich weiß nicht so recht" erfahrenen Vortrag war bedeutsam und wurde zur aktuellen biographischen Situation im therapeutischen Dialog wichtig.

    "Blüte", 80 X 100 cm

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Zur derzeitigen angenehmen Befindlichkeit, aus aktuell entspannter Lebenssituation, vom Zeichnenden nach Vortrag zum Bild geäußert, kann der gewählte Bildtitel auch für den Betrachter als passend erscheinen. Assoziationen wie angenehmer Duft, spezielle Erinnerungen, auch aktuell zur Lebenssituation "freundliche", von persönlicher Bedeutsamkeit, gingen in diesen Dialog mit der Therapeutin ein.

    Wie wird gearbeitet?
    1. Nonverbales Assoziieren, Imaginieren und Erinnern mit geschlossenen Augen (erst und immer im Anfängerstadium), "ohne dieses zu wollen", d.h. i.e. "Aufsteigen lassen, was da kommt", im konzentrierten beidhändigen Zeichnen mit weicher Kreide auf Papier, am Zeichentisch sitzend, gering verbal unterstützt durch die gegenüber sitzende Kunsttherapeutin, die den Arbeitsprozess reflektierend wahrnimmt.
    2. Zum fertigen Blatt, mit offenen Augen das Bild wahrnehmend, verbalisieren des erlebten Zeichenvortrages, der aufgestiegenen Erinnerungen, Assoziationen, Imaginationen zur aktuellen Befindlichkeit, im Dialog mit der Kunsttherapeutin.
    3. Dialog zum Bildprozess der ausgelegten Bilder (ca. 5-6 Blätter pro Sitzung), zu aktuell Erlebtem im Arbeitsprozess. Einbeziehen sichtbarer Ausdrucksformen auf den Zeichenblättern (aus der Tiefenebene des Un, - Vor - und Halbbewußten kommend, zu Aktuellem, selbst genannten Arbeitsthema oder allgemeiner).

    "Spielraum Kommunikation"

    Meinen Arbeitsansatz "Spielraum Kommunikation" entwickelte ich im staatlichen Krankenhaus Tauranga / N.Z., Praxissemester 1993, in der Altenstation und Psychiatrischen Abteilung (zur Diplomarbeit in Deutschland, die ich bei einem Erziehungswissenschaftler und einem Psychologen aus der Erziehungsberatung schrieb). Folgend stelle ich aus 3 verschiedenen Arbeitsbereichen (Krankenhaus, Kindergarten, Arbeitsförderung / Behindertenverein), Beispiele aus Arbeitsprozessen zur Veranschaulichung vor.

    Blatt 1 Herr W.P., Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Seit seiner Kindheit hatte Herr W.P. nicht mehr gezeichnet und gemalt. Erstes Einlassen wurde als angenehm empfunden.
    40 X 50 cm
    Titel "Meine Arbeit", Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Herrn W.P.`s Interesse ließ in den folgenden Wochen nicht nach. Mit großem Pinsel gelang ein rhythmisch schöner Schwung trotz handicap, zum Titel "Meine Arbeit".
    60 X 60 cm
    "Landschaft", Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Herrn W.P.`s Erinnerung an eine ihm bekannte bedeutsame "Landschaft" aus seiner Heimat der Nordinsel Neu Seelands. Mit großem Pinsel gelang das Arbeiten zunehmend mühelos und bereitete Herrn W.P. Vergnügen. Bildtiel: "Landschaft".
    60 X 50 cm
    "Flug über Tauranga", Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Herr W.P. erinnerte sich an ein besonderes Ereignis, ein Rundflug über seine kleine Stadt Tauranga im Flugzeug. Der Seniorenclub hatte ihm dieses schöne Erlebnis trotz handicap ermöglicht. Das kleinere Arbeitsblatt reichte von der Größe nicht aus, den Rundflug darstellen zu können. Herr W.P. bezog erfinderisch sein Zeichenbrett im Hintergrund in seine Darstellung mit ein.
    30 X 40 cm
    "Schwingen um eine Mitte", Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Bild ohne genannten Titel. Der neue Bildinhalt ging folgend ähnlich in hochformatiges Arbeiten über.
    40 X 50 cm

    Bildprozess zur Erläuterung

    Herr W.P., Senior mit handicap in der Seniorenstation des Krankenhauses wohnend, mangels geeigneter Lebens- und Pflegemöglichkeiten, äußerte sich am Ende der Kunsttherapie verbal deutlich zu seinen Bedürfnissen, in einer ihn ganzheitlich unterfordernden Umwelt. Seine Arbeiten aus der Kunsttherapie wollte Herr W.P. in der Stadt verkaufen, um sich neue finanzielle Möglichkeiten zu erschließen. Alle Arbeiten entstanden sitzend an einem extra für den Rollstuhlfahrer passenden, verschiebbaren Arbeitstisch.
    Die Begleitung durch die Kunsttherapeutin erfolgt im Dialog zurückhaltend, verbal den Zeichenvortrag des Arbeitenden im Blick, unter Berücksichtigung der Umwelt und zur spezifischen biographischen Situation. Ausdrücklich gibt es keine Zielstellung zum Anfertigenwollen von Kunst. Die inhaltliche Themenwahl des Zeichnenden ist nicht beschränkt. Im "Spielraum Kommunikation" kann auf dem Zeichenblatt frei imaginiert, assoziiert und erinnert werden. Dabei können auch Arbeiten von erkennbarer künstlerischer Qualität entstehen. Das Arbeiten im freien Vortrag soll interessant und schön sein. Erfahrungen aus eigenem künstlerischen Arbeiten der therapeutischen Fachkraft sind, neben der Therapieausbildung, notwendige Voraussetzung für Kunsttherapeutische Arbeit mit anderen.

    Arbeitsproben aus verschiedenen Malprozessen dreier Kindergartenkinder, vor Einschulungstest mit der Psychologin, zum künftigen Schulstart in die Lernbehindertenschule. "Lernbehindert" kann aus den künstlerischen Arbeiten nicht erkannt werden. Der geleitete therapeutische Arbeitsprozess unterstützte die Bildung des Selbstwertgefühls der Kinder (erst Einzelarbeit bei der Kunsttherapeutin, dann Malen mit Partner aus der Kindergruppe, begleitet von der Therapeutin), das Kommunikationsinteresse gegenüber anderen Kindern & die Freude am Malen.

    "Bild 1"

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Frau R. konnte sich ohne zögern einlassen, nach erstem Vertrautmachen mit ihrem Arbeitsplatz (Malen auf großem Papier, stehend). Auf dem ersten Blatt probierte sie beginnend die Farben mit großem Pinsel aus und reihte sie, in gewählter einfacher Ordnung, als etwa gleich große Flächen aneinander.

    "Bild 2"

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Zur erworbenen Sicherheit, im vertrauten unterstützten Vorgehen, malte Frau R. mit neuem Bildinhalt, zwei zusammengesetzte, größere Objekte wieder in Reihe, nebeneinander. Zur heiteren Stimmung lachte Frau R. und wiegte sich leicht, mit Blick zur Therapeutin im freundlichen Dialog.

    "Viel Sonne"

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Neues Bildthema wurde hier eine Farbflächenanordnung bekannter Farben, um ein Zentrum bewegt gruppiert. Das Bild gefiel Fau R. auf Anfrage, sie kam gern, interessierte sich und kannte sprachlich ihren Termin: "Mittwoch Malen"! Zum Bild mit Assoziation der Frau R. während des Arbeitens: "Viel Sonne", verband diese ihre Erinnerung an das Sommerfest vom vorigen Jahr, das erneut bevorstand und auf das sie sich freute (im Dialog an die Therapeutin mitgeteilt).

    "Sommerfest"

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: Mit schöner sensibler Farbwahl wiederholte Frau R. hier Formen, ähnlich wie ihren im Bild 2, einfach zusammengesetzte Flächen nebeneinander gruppiert. Als neues Bildelement wird hier jedoch, durch den bewegten Vortrag mitbedingt, perspektivisch eine angedeutete Landschaft sichtbar. Ein Gartenausschnitt vielleicht, zum genannten wichtigen Ereignis: "Sommerfest, Würstchen und Kartoffelsalat", von Frau R. zum Bild mitgeteilt.

    "Ihr Bild"

    Stichworte zum Arbeitsbeispiel: In anderer Farbvariation gruppierte Frau R. zartere Farbflächen mit lockerer Struktur um ein Zentrum und malte links oben akzentuiert ein neues gelbes Formelement. Sie bestimmte, das soll so belassen werden mit: "So lassen, nicht wegmachen!". Abschließend benannte Frau R. die Arbeit selbst mit: "Ihr Bild". Die Arbeitszeit des vergnüglichen Malens ist immer sehr schnell vorbei. Frau R. kommt bzgl. "Mittwoch Malen" nächste Woche voraussichtlich wieder gern zur Kunsttherapie.

    Frau R., geistig behinderte, junge Erwachsene in der Arbeitsförderung eines Berliner Vereins, hat jede Woche sichtbar Freude am Malen. Im Arbeitsprozess brachte Frau R. ihr schönes und sensibles Farbgefühl zum Ausdruck, das sich in der Begleitung zu differenzierten Bildlösungen entwickeln konnte. Mit Bezug zur Umwelt singt Frau R., manchmal froh gestimmt beim Arbeiten kurze Tonfolgen und verweist verbal im Mitteilenwollen, auf aktuell bedeutsame Ereignisse und Erlebnisse hin. Das wirkt oft heiter und ist von Frau R. sprachlich anteilig wahrscheinlich nicht alles verstanden.